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Generationengerechtigkeit
 
 

Und in Zukunft? – Generationengerechtigkeit auf dem Prüfstand

Podiumsdiskussion in Wendlingen am 4.5.09

 

Die Kreisverbände des EAK, der Seniorenunion und der Jungen Union luden im Katholischen Gemeindezentrum in Wendlingen zur Podiumsdiskussion mit den Landesvorsitzenden der Seniorenunion Prof. Dr. Freiherr von Stetten,  und der Jungen Union Steffen Bilger, sowie dem Bundestagsabgeordneten Markus Grübel, Mitglied im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Karl-Herman Raff (Seniorenunion) forderte vor zahlreichen Besucher auch in der aktuellen Krise nicht die Augen vor der Zukunft zu verschließen, die von Annette Sikeler (EAK) moderiert wurde.

Zu Beginn veranschaulichte Markus Grübel anhand von aktuellen Zahlen die momentane gesellschaftliche Situation und zeigte zunächst die düsteren Fakten auf.  Eine Frau bekommt im Durchschnitt 1,37 Kinder in Baden-Württemberg (2,1 Kinder sollte eine Frau gebären, wenn die Bevölkerungszahl stabil bleiben sollte). Die Gründe dafür seien vielfältig. So beeinträchtigen die unverbindliche Paarsituation vieler junger Menschen, welche in instabilen Beziehungen kein Kind planten und  die unzureichende Betreuungsmöglichkeiten eine Entscheidung für ein Kind. Auch nehme die Zahl der arbeitsfähigen Bürger, welche gleichzeitig die Leistungsträger der meisten gesellschaftlichen Aufgaben seien, kontinuierlich ab. Die Anzahl der Senioren und Hochbetagten nehme dagegen aufgrund der steigenden Lebenserwartung der Menschen zu. Diese Entwicklungen stellten unsere Gesellschaft vor immense Herausforderungen.

Professor Dr. Freiherr von Stetten verwies in seinem Referat darauf, dass die Bundesrepublik schon größere Probleme (Wiederaufbau in der Nachkriegsgesellschaft) gelöst hätte. Wege diese Herausforderungen zu meistern, sieht er in der Rückbesinnung der Menschen auf die Werte, wie Leistungsbereitschaft, Fleiß und Mut – aber auch in der Bedeutung der christlichen Werte, welche Familien stärken das vertrauensvolle und verbindliche Zusammenleben der Menschen fördern. Konkret nannte er es deshalb für notwendig, dass das für einander Einstehen nicht nur die Jungen beträfe, sondern auch die Älteren, die ihre Erfahrung, ihr Wissen und ihre Zeit in die Gesellschaft einbringen sollten.

In diesem Sinne äußerte sich auch Steffen Bilger. Das Miteinander der Generationen sei entscheidend für eine gesunde Gesellschaftsentwicklung. Um der Überbelastung von Familien vorzubeugen, sei es notwendig, frühzeitig die Weichen in der Politik zu stellen. Er forderte, dass künftig verstärkt auf die (Aus-)Bildung der jungen Menschen ein Schwerpunkt gelegt werden sollte, um so dem zu erwartenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Familien müssten deutlicher mehr gefördert werden. Die gesetzlichen sozialen Versicherungsnetze sollten verstärkt werden. Allerdings äußerte er sich besorgt darüber, wie viele Schulden heute aufgenommen würden, welche künftigen Generationen die Luft zum Atmen nähmen. „Wir haben über unsere Verhältnisse gelebt – die Kosten dafür bezahlt die sowieso schon belastete künftige Generation.“ Er verwies darauf, dass die (umlagegestützten) Sozialversicherungen künftig möglicherweise umstrukturiert werden müsste und junge Menschen heute nicht mehr mit höheren Renten rechneten. Allerdings sei die Möglichkeit einer privaten Vorsorge für viele Menschen mit einfachem Einkommen oder für Familien deutlich eingeschränkt.

Dieses betonte auch Markus Grübel, der hinsichtlich der Erfahrungen aus der Wirtschaftskrise einer private Vorsorge nur bedingte Bedeutung beimaß.

In der anschließenden Diskussion hoben die Teilnehmer die Wichtigkeit einer glaubwürdigen Politik hervor.

 

 
 

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